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Warum wird die Vorbereitung und Begleitung von Rückschulungen auch in Zukunft zum Tätigkeitsbereich eines Förderschullehrers gehören?

Grund 1)

Im Bildungbericht 2010 der Kultusministerkonferenz findet man folgende Angaben zu den sonderpädagogischen Förderquoten in Förderschulen: Insgesamt gibt es in Deutschland 3302 Förderschulen. 400 000 Schülerinnen und Schüler besuchten im Schuljahr 2008/09 diese Schulform. 1999 wurden 4,5% aller Schülerinnen und Schüler des Primar- und Sekundarstufenbereichs I in Förderschulen unterrichtet. Dieser Anteil hat sich bis zum Jahr 2008 auf 4,9% erhöht (vgl. Bildungsbericht 2010, 69). Weitere 1,1 % aller Schülerinnen und Schüler werden mit sonderpädagogischen Förderbedarf in unterschiedlichsten integrativen Settings unterrichtet (+ 0,5%). Zusammenfassend bemerken die Verfasser des Bildungsberichtes: „Eine Senkung der Förderschulbesuchsquote zugunsten einer Förderung in sonstigen allgemeinbildenden Schulen ist nicht beobachtbar“ (ebd.) und ergänzen, dass zum weiteren Anstieg des Förderschulbesuchs beigetragen hat, „dass die Schüler immer früher auf Förderschulen überwiesen werden und sich dadurch die durchschnittliche Zeit des Förderschulbesuchs verlängert hat“ (ebd.).

Grund 2)

1957 wird in NRW in Bielefeld die erste  „Gemeinschaftsklasse für erziehungsschwierige Kinder“ eingerichtet, mit dem Ziel „gemeinschaftsschwierige Kinder für einen begrenzten Zeitraum von etwa zwei Jahren einer heilpädagogischen Betreuung zuzuführen.“ „Eine Verbindung mit einer Volksschule“ wollte man hierbei bewusst vermeiden (vgl. Schmidt 1996, 230).

Die Anzahl der Schulen für Erziehungshilfe in Deutschland ist stetig gestiegen und hat sich seit 1991 nun fast verdoppelt. Während es vor 15 Jahren noch 226 Schulen für Erziehungshilfe gab, sind es im Jahre 2005 bereits 521. In NRW stieg die Anzahl dieser Schulform bis zum Jahre 2010 von 57 auf 202 Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Emotionale- und soziale Entwicklung (inkl. Verbundschulen) an (vgl. Willmann 2005/Landesamt für Statistik NRW).

An diesen 202 Förderschulen werden momentan etwa 16000 Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Emotionale- und soziale Entwicklung beschult. Ausgehend von einer durchschnittlichen Rückschulungsquote von 7% werden unter den gegebenen Voraussetzungen im Schuljahr 2010/11 etwa 1200 Schüler eine erfolgreiche Rückschulung absolvieren. Der weitaus größere Anteil dieser Schülerinnen und Schüler wird vermutlich bis zur zehnten Klasse und darüber hinaus an einer Förderschule verbleiben.

Quelle: Willmann (2005) und eigene Überprüfung

Entwicklung der Grundgesamtheit aller Schulen für Erziehungshilfe (NRW und NI)
NW (18 Mill. Einw.) NI (8 Mill. Einw.)
Stand 2008/09* 202 k.A.
Stand 2004/05 195 45
Stand 1993/94 88 27
Stand 1992 73 26
Stand 1991/92 57 21
Stand 1987(88 k.A. 27
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